AREAL BÖHLER

VAW – Vitrine am Wasserturm

Ein neu gegründeter Ausstellungsraum auf dem Areal Böhler. Seit April 2025 finden hier vierteljährlich Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst statt. Die ersten drei Ausstellungen wurden von Benny Höhne, Gründer des Kunstportals ArtJunk, kuratiert und zeigten Positionen von Dardan Zhegrova, Saskia Tamara Kaiser und Marie Schubert.

Das Areal Böhler entwickelt sich zu einem Ort für Innovation, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Austausch. Im Mittelpunkt steht die behutsame Revitalisierung der denkmalgeschützten Hallen und die Schaffung neuer Grünflächen als Beitrag zu mehr Lebendigkeit und ökologischer Verantwortung.

Kunst und Kultur sind dabei tragende Säulen der Standortentwicklung. In enger Verbindung mit Technologie, Forschung, Kreativwirtschaft und Gastronomie entsteht ein offener Kulturraum mit regionaler Verankerung und internationaler Perspektive. Der Fokus liegt auf zeitgenössischen Positionen, die sich mit den drängenden Fragen unserer Gegenwart auseinandersetzen. Zugänglich, partizipativ und interdisziplinär. Wir fördern gezielt junge Künstler:innen aus der Region, schaffen Räume für neue Perspektiven und laden Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen ein, sich zu beteiligen. Kunst wird in Form von Ausstellungen, Interventionen und Veranstaltungen jenseits klassischer Institutionen erlebt.

Vorschau

AREAL BÖHLER

Christoph Blawert – kuratiert von Julika Bosch

16. April 2026 – 30. Juni 2026

Eröffnung: Donnerstag, 16. April 2026, 19 Uhr

Anlässlich der Art Düsseldorf eröffnet im Ausstellungsraum VAW – Vitrine am Wasserturm auf dem Areal Böhler eine neue Ausstellung mit dem Künstler Christoph Blawert (*1981, Offenburg). Kuratorisch verantwortet wird die Schau von Julika Bosch.

Die Präsentation ist Ergebnis eines Open Calls, den die Art Düsseldorf an eingeladene Galerien richtete. Aus den eingereichten Bewerbungen ging die Produzentengalerie Hamburg als Gewinnerin hervor. In enger Zusammenarbeit mit Kuratorin Julika Bosch wird Blawert eine ortsspezifische Arbeit für die Vitrine entwickeln, die den besonderen Charakter des Ausstellungsorts aufgreift.

Christoph Blawert ist bekannt für seine raumgreifenden Installationen, die gezielt mit ihrem architektonischen und institutionellen Kontext in Dialog treten. Zu seinen vielbeachteten Arbeiten zählen die radikale Neugestaltung der Eingangshalle der Kunsthalle Recklinghausen mit „Tick Tacks Fancy Museumshop" sowie die Installation „In Heaven Everything is Fine" im Tick Tack Antwerpen – eine Gesamtinstallation, die von einer Hunkemöller-Lingerie-Box inspiriert wurde. Die Ausstellung ist zugleich Ausdruck einer wachsenden Verbindung zwischen der Art Düsseldorf und dem Areal Böhler – zwei Orte, die gemeinsam zeitgenössischer Kunst in Düsseldorf Raum und Resonanz geben.

Julika Bosch ist freie Kuratorin aus Düsseldorf. Bis März 2026 leitete sie die Sammlung Philara, zuvor war sie an der Kestner Gesellschaft, Hannover, tätig. Zu den von ihr konzipierten Ausstellungen zählen u.a. die Gruppenausstellungen Melting Sands und Cutting the Puppeteer’s Strings sowie Einzelausstellungen mit Phillip Sollmann & Konrad Sprenger, Mercedes Azpilicueta, Camille Henrot, Hassan Khan u.a. Für 2026/2027 plant sie gemeinsam mit Vincent Stange eine Schwimmoper im gleichnamigen Schwimmbad in Wuppertal – ein Musikprojekt mit Sound und Text über und unter Wasser.

Vergangene Ausstellungen

Marie Schubert – invited by ArtJunk

16. Oktober 2025 – 28. Februar 2026

On air: „Kleiner Mann mit sehr großem Hut“, 2025 Größe: 450 x 160 x 135 cm (Maße variabel) Stahl, Radio-Antennen, Glassteine, Fischgrätparkett Eiche, Fußleisten, Licht.

Die Einzelausstellung der Düsseldorfer Künstlerin Marie Schubert (*1995) lud zur VAW – Vitrine am Wasserturm auf dem Areal Böhler ein.

Für ihr bildhauerisches und zeichnerisches Werk kombiniert Marie Schubert gefundene Materialien mit selbstgefertigten Elementen, darunter insbesondere filigrane Skulpturen aus Metall. Im Zusammenspiel aus Zweckentfremdung und Rekontextualisierung entstehen mehrdeutige, von subtilem Humor getragene Arbeiten, die tradierte Gewohnheiten, Geschlechterrollen und Machtstrukturen hinterfragen. In der Vitrine am Wasserturm zeigt die Künstlerin eine eigens für den Ort entworfene, raumgreifende Installation, die auf das industrielle Erbe des 1915 erbauten und heute zur Eventfläche umfunktionierten Stahlwerks Böhler verweist. Zwischen Vergänglichkeit und Zerfall wird vor historischer Kulisse erfahrbar, wie unverbrüchlich geglaubte Ordnungen ins Wanken geraten.

Marie Schubert lebt und arbeitet in Düsseldorf. Seit 2020 studiert sie Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf, zunächst bei Prof.in Franka Hörnschemeyer, seit 2024 in der Klasse von Prof.in Alexandra Bircken. Ihre Werke wurden mehrfach ausgestellt, zuletzt u.a. in der MiettinenCollection, Berlin, Sammlung Philara, Düsseldorf, im Kunstquartier Bethanien, Berlin, sowie gemeinsam mit dem Kollektiv Working Textiles im Museum Ludwig, Köln, in der Temporary Gallery, Köln, oder bei Live Lab Studios, Düsseldorf.

Anlässlich der Eröffnung fand um 20 Uhr ein Konzert der von Marie Schubert, Viktoria Feierabend, Sonja Heim und Linda Skellington gegründeten Band Blue Sugar Boundaries statt – im Anschluss gab es Drinks und eine Warehouse-Party mit DJ-Sets von Carolina Reaper, 500insights und GG Dee.

Saskia Tamara Kaiser – invited by ArtJunk

10. Juli – 27. September 2025

Die neue Solo-Show SHAME eröffnete mit einer Performance der Künstlerin Saskia Tamara Kaiser (*1994) die zweite Ausstellung in der VAW – Vitrine am Wasserturm.

In ihren performativen und skulpturalen Werken beschäftigt sich Saskia Tamara Kaiser – bedingt durch eigene biografische Erlebnisse – mit den Zusammenhängen menschlichen Schmerzes. Bei VAW präsentiert die Künstlerin in einer eigens für den Ort entwickelten Rauminstallation zusammen mit weiteren Performerinnen erstmalig ihre neue Arbeit SHAME. Die Performance thematisiert Scham als strukturellen, geschlechtsspezifischen Zustand in einer zunehmend von Sichtbarkeits- und Repräsentationszwang geprägten Gesellschaft. Im Dialog mit den Besucher*innen verdichten sich grotesk grinsende Smartphone-Münder, blutgetränkte Körper und fragmentierte Spiegelbilder zu einer medienkritischen Allegorie auf Mechanismen digitaler Selbstinszenierung und -konditionierung.

Saskia Tamara Kaiser lebt und arbeitet in Bonn und Düsseldorf. Seit 2019 studiert die gelernte Glasmalerin Bildhauerei in der Klasse von Prof. Gregor Schneider an der Kunstakademie Düsseldorf. Ihre Werke wurden mehrfach ausgestellt und aufgeführt, zuletzt u.a. im Kunstmuseum Solingen, Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf, Kunstpalast, Düsseldorf, Live Lab Studios, Düsseldorf, oder im Diözesanmuseum Rottenburg.

Dardan Zhegrova – invited by ArtJunk 11. April – 30. Juni 2025

Die erste von vier Solo-Shows in 2025 eröffnete am Donnerstag, 10. April, mit einer Präsentation des kosovarischen Künstlers, Journalisten und Aktivisten Dardan Zhegrova (*1991 Pristina).

Dardan Zhegrovas Werk bewegt sich zwischen Bildhauerei, Malerei, Performance, Video- und Soundkunst. In der Vitrine am Wasserturm zeigt er eine neue, eigens für den Ort geschaffene Arbeit aus seiner Serie überlebensgroßer, handgenähter und mit farbigen Zeichnungen gestalteter Puppenspielfiguren, den sogenannten Hybrids. In unterschiedlichsten Posen präsentiert, reflektieren die amorphen Skulpturen Konzepte wie Selbst- und Fremdwahrnehmung, Rollenwechsel und Identitätsbildung. Sie basieren auf Kindheitserfahrungen des Künstlers zwischen der Schneiderwerkstatt seiner Mutter und dem berühmten Puppentheater Dodona in Pristina, das sich während der Jugoslawienkriege in den 1990er Jahren zu einem Ort der Zuflucht und des Widerstands für albanische Kultur entwickelte. Auch vor diesem Hintergrund eröffnen die hybriden Figuren Gefühlsspektren, zeitgeschichtliche Perspektiven und nicht zuletzt den Dialog mit dem Betrachter.

Dardan Zhegrova lebt und arbeitet in Pristina, Kosovo. Seine Werke werden international ausgestellt und aufgeführt, zuletzt u.a. im MUDAM, Luxemburg (2024), in der Nationalgalerie des Kosovo, Pristina, bei der Autostrada Biennale, Prizren (2023), der Manifesta 14, Pristina, in der Meredith Rosen Gallery, New York (2022) oder bei Fragile, Berlin (2020). 2016 wurde ihm der Artist of Tomorrow Award und ein Aufenthalt bei Residency Unlimited, New York City, verliehen. 2014 war er Artist in Residence in der Villa Romana, Florenz.